Liebesromane schreiben

Das Schreiben von Liebesromanen. Nun, das ist ein Thema bei dem es kontrovers zugeht. Also wenn ich meinem Umfeld erzähle, das ich Kunst studiere, in einem Altenheim arbeite und Liebesromane schreibe runzeln viele die Stirn, spätestens bei dem Wort Liebesromane. Liebesromanen werden oft verkannt, denke ich. Kenne Leute die das nicht für richtige Literatur halten. Und zwar, weil sie denken es handelt sich dabei um etwas, was so nebenbei am Küchentisch geschrieben werden kann. Ganz abgesehen von dem Thema Liebesromane, was bei manchen Leuten nur ein müdes Lächeln auslöst, weil sie sowas ja nun gar nicht lesen, ist es mit Sicherheit nicht einfacher einen Liebesroman zu schreiben, als alle anderen Romane, wenn man sein Genre ernst nimmt. Ob ein Autor über das Mittelalter oder die Zukunft schreibt oder ob es sich um eine Geschichte über das Hauptthema Liebe handelt, macht für mich nämlich kaum einen Unterschied.

Ein Roman, egal in welchem Genre, sollte immer gut recherchiert sein. Und da fängt es an interessant zu werden. Die Geschichte schreiben ist das Kreativste im Prozess. Die Romanfiguren schreiben praktisch ihre eigene Geschichte – so ist das jedenfalls bei mir. Wenn es dabei manchmal langatmig rüberkommt, liegt das wahrscheinlich eher daran, dass niemand einen stoppt (im Falle, dass ein Autor bei einem Verlag untergekommen ist, ist es hoffentlich der Lektor der schlimmstes verhindert). Nun, da muss man durch und lernt mit jeder Kritik und jedem neuen Buch auch neues dazu.

Zurück zum Thema: Also Recherche ist bei mir das A und O. Ich versuche so genau wie möglich zu sein, wenn es darum geht wie lange ein Flug von A nach B dauert oder welcher Wein bei einem romantischen Abendessen, welches Essen überhaupt serviert wird usw. ( Also, wo kann die Roman Figur abstürzen, wenn sie auf dem Weg nach Nizza ist und ein einmotoriges Sportflugzeug benutzt – so in etwa). Das erfordert Wein Lexika zu lesen und den passenden Wein zum Essen zu finden ( das ich meist aus Kochbüchern entnehme, die bei mir zu Hause rumstehen oder im Internet recherchiere, wenn es luxuriöser sein soll), Flugzeiten müssen recherchiert werden – speziell, wenn die Geschichte nicht in bekannten Regionen stattfindet.

Da müssen Hotels gefunden werden, in Städten in denen man unter Umständen niemals gewesen ist und man muss wissen wie sie bei den Kunden bewertet wurden ( danke hier an Google map, die es möglich machen, dass man auf die meisten Orte der Welt einen Blick erhaschen kann).

Alles in allem eine wirklich interessante Sache für mich, weil ich da echt drin aufgehen kann. Ich hab so eine kleine selbstzerstörerische Ader und liebe die Recherche geradezu, wenn ich genug Zeit habe.

Doch auf was ich wirklich verzichten könnte, ist das Korrekturlesen. Nicht das das Mehrfache lesen des Romans nerven würde – ganz im Gegenteil. Es ist eher hilfreich, weil ich dabei unschlüssige Stellen ändern kann oder auch Stellen finde, bei denen ich in einem Anfall von Wahnsinn völlig über das Ziel hinausgeschossen bin.

Nein, was ich meine ist die Rechtschreibung. Nun habe ich ja Deutschland verlassen, bevor die deutsche Rechtschreibreform eingesetzt hat. Ich muss allerdings zugeben, dass ich auch davor mehr nach Gefühl Kommas gesetzt habe und dachte meine Rechtschreibkenntnisse seien ausreichend.

Ich wurde eines besseren belehrt. Ich sitze ständig mit ner Ausgabe des deutschen Rechtschreibdudens hier und versuche alles zu prüfen, was aber in den meisten Fällen nicht  perfekt sein kann. Und das nervt, denn ich will meinen Leserinnen und Lesern natürlich keine Fehler zumuten.

Also es gibt nur folgende Lösung: Meine Schwester, die Deutsch studiert hat, nimmt sich der Sache an – was bedeutet ich will sie dafür auch bezahlen können oder aber ich habe einen Lektor.

Bis dahin- Ich schreibe einfach weiter über die Liebe und ihr könnt auf jeden Fall von einem ausgehen : Egal welche Kommafehler ihr findet, egal ob meine englische Tastatur mal wieder in der Rechtschreibprüfung übersehen wurde und ein ue immer noch ein ue ist, egal welche Fehler mir unterlaufen : Ich lerne daraus und ihr könnt euch sicher sein, dass meine Romane immer und ich meine immer ein Happy – End haben werden, denn die Welt ist realistisch genug, finde ich. Da muss ich ja nicht mit machen.

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